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22.03.2017

Facebook-Kommentar von Heinz-Jürgen Krug

Vom OP-Tisch in die Schlammschlacht?

Habe gerade geduscht und mir einen Karateschutzanzug zugelegt. Denn kaum vom OP-Tisch aufgestanden, noch ziemlich sitzblockiert und damit pc-tipp-behindert (sollte mir mal eine ordentliche Spracherkennungssoftware zulegen) sah ich mich unversehens in Schlammschlachten und Grabenkämpfe (Kommentare in der Main-Spitze) geworfen, bin Verlierer in einer Posse und muss mich gegen Prügeleien in der nächsten Stadtverordnetenversammlung (Kommentare im Rüsselsheimer Echo) wappnen.

Und das alles (außer der drohende Prügelei), weil  eine Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung seit Monaten darauf drängt, dass der im Juli 2016 gefasste Beschluss zur Kostenkontrolle des Hessentags von OB Patrick Burghardt endlich ordentlich umgesetzt wird. Dass das „typisch Rüsselsheim“ (Kommentar Main-Spitze) sein sollte, würde mich wundern. Ich gehe davon aus, dass auch in anderen Gemeinden die Stadtverordneten auf der Umsetzung ihrer Beschlüsse bestehen.

Dass Patrick Burghardt, einige aus der CDU und einige andere (Raunheims BM Thomas Jühe meldet sich z.B. direkt von der Cebit aus Hannover) darauf mit: „Frechheit“, „die wollen dem Hessentag schaden, die Stadt schlecht reden“, „zur Unzeit verstören“, „das Fest an die Wand fahren“, „politisch motiviert auf ein Scheitern hinarbeiten“, „zielt gegen die Mitarbeiter aus der Verwaltung“ und ähnlichem reagieren, könnte frau/man ja als den Versuch, ein paar Schlammspritzerchen zu verbreiten ( https://www.youtube.com/watch?v=ErsprjkKjBc ) klassifizieren, aber eine „Schlacht“ – wozu immer mindestens zwei „Armeen“ gehören würden - wird daraus noch lange nicht. Es ist allerdings eine völlig überzogene verbale Aufrüstung. Denn was den Hessentag betrifft: Die Vereine treffen ihre Vorbereitungen, die AGs der Verwaltung arbeiten, Peter Maffay und Gianna Nanini ölen ihre Stimme, David Garret zieht neue Saiten auf, Kollegah prügelt in Leipzig auf der Bühne einen Fan zusammen und parallel versucht eben eine Mehrheit der Stadtverordneten-versammlung die Umsetzung des Beschlusses zu erwirken. Bis auf die Tatsache, dass der OB das eben nicht tut alles völlig unspektakulär und normal.

Und zum Bild von den zwei Lagern, die sich in Grabenkämpfe mit Hemmschuhwirkung bugsiert haben, gibt der geschätzte Kommentator des Echos ja einige Beispiele an. Beim Städteservice war es allerdings so, dass aus dem Viererbündnis die Grünen und einzelne Menschen aus der SPD den Versuch des Erhalts der städtischen Betriebshöfe nicht unterstützt haben, bei der Debatte um die Rap-Night-Auftritte von Kollegah&Farid Bang ging es quer durch die Fraktionen, bei den Schulneubauten mussten SPD, Linke/Soli und Grüne eine Mehrheit ohne die WsR finden, bei der Namensdebatte für die Kooperative Gesamtschule in der Ebertsiedlung stimmten die Grünen mit der CDU und zwei SPD-Menschen enthielten sich, Lagerbildung sieht anders aus.

Natürlich ist die Versuchung in der Hektik des unterbesetzten Redaktionsalltags groß, auf „erprobte“ Klischees und Metaphern zurückzugreifen. Aber Alexandra Groth, Heike Bökenkötter,  Christian Preusser, Andre Domes,  Robin Göckes (schöne Grüße in den Vaterschaftsurlaub): vielleicht lässt sich immer öfter mal dem Rat Ihrer/eurer berühmten Kollegin Carolin Emcke, was es zu mobilisieren gilt,  folgen (da brauch ich nicht selbst pathetisch zu werden): „genaues Beobachten, nicht nachlassendes Differenzieren und Selbstzweifel“.  Schließlich ist wie bei der Lokalpolitik auch beim Lokaljournalismus „room for improvement“.

 

 

   
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