Die Linke/Liste Solidarität Rüsselsheim — www.liste-solidaritaet.de
HOME AKTUELLES TERMINE ARCHIV ÜBER UNS MITMACHEN LINKS IMPRESSUM DATENSCHUTZ INHALT  

News  
Termine  
Presseerklärungen  
Anträge/Anfragen  
Redebeiträge  
Medienreflexe  
Zeitung  
Gedicht des Monats  
   
   

 

06.09.2018

Facebook-Kommentar von Heinz-Jürgen Krug

Ausbildungsplätze - Zahlensalat – Dramatik /
Rosarote Brillen revisited

Am 28. August berichtete das Rüsselsheimer Echo (http://www.ruesselsheimer-echo.de/lokales/ruesselsheim/ Opel-halbiert-die-Ausbildungsplaetze;art57641,3088450 ) über die Reduzierung der Ausbildungsplätze für das erste Lehrjahr bei Opel auf weniger als die Hälfte der letzten Jahre. Da dabei in der Stellungnahme der Arbeitsagentur zum einen für ganz Hessen die Zahl von unversorgten Bewerbern total falsch angegeben wurde (1.000 statt 11.000 , ziemlich sicher durch einen Übermittlungs- oder Druckfehler), selbst die korrekte Zahl der offiziell „Unversorgten“ diejenigen Ausbildungsinteressierten ohne Ausbildungsplatz die als „ohne Angabe eines Verbleibs“ geführt werden, dabei unter den Tisch fielen und die noch negativeren Zahlen zur Situation im Arbeitsamtsbezirk Bad Homburg, zu dem Rüsselsheim mit Opel/PSA und dem Kreis GG gehört, nicht genannt werden, habe ich folgende Information an die Redaktion des Rüsselsheimer Echos geschickt:

+ + + Email 29.8.2018 + + +

Ausbildungsplätze - Zahlensalat – Dramatik

Guten Tag Redaktion R. Echo,
in ihrem Artikel vom 28.8.2018 "Opel halbiert Ausbildungsplätze" (http://www.ruesselsheimer-echo.de/lokales/ruesselsheim/ Opel-halbiert-die-Ausbildungsplaetze;art57641,3088450 in der ein Teil unserer Presseerklärung vom 1.8. verwendet wird, die PE nochmal ganz unten ) wird eine "Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit" (BA) mit der Angabe von rund 1000 (eintausend) unversorgten Bewerbern um einen Ausbildungsplatz in Hessen wiedergegeben.
Tatsächlich sind es aber rund 11.000 (elftausend) die offiziell in der Kategorie "unversorgt" geführt werden!
Dazu kommt, dass (siehe Tab 2.1 in der angehängten Datei für Hessen https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/ 201807/iiia5/ausb-ausbildungsstellenmarkt-mit-zkt/ ausbildungsstellenmarkt-mit-zkt-401-0-201807-pdf.pdf ) bei dieser Zahl knapp 6.000 Bewerber (die BA verzichtet auf die weiblichen Benennungen), die als "ohne Angabe eines Verbleibs" geführt werden, von insgesamt also knapp 17.000 (siebzehntausend), einfach unter den Tisch fallen. Von insgesamt ca. 40.000 Bewerber*innen haben demnach bisher nur 38% einen Ausbildungsplatz (ungefördert oder gefördert), weitere ca. 20% gelten anderweitig (Schule, Zivildienst, berufsvorbereitende Maßnahmen, Job ...) als versorgt und eben 41,8% (die knapp 17.000, exakt 16.840) sind unversorgt.
Noch dramatischer sind die für die Situation in und um Rüsselsheim bzw. Opel relevanteren Zahlen für den Arbeitsamtsbezirk Bad Homburg (https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/ 201807/iiia5/ausb-ausbildungsstellenmarkt-mit-zkt/ausbildungsstellenmarkt-mit-zkt-433-0-201807-pdf.pdf ), zu dem der Kreis GG gehört.
Von 4.465 Bewerberinnen und Bewerbern haben ganze 1.550 (34,7 %) eine ungeförderte oder geförderte Ausbildungsstelle, ca. 18% gelten (s.o.) als anderweitig versorgt während 2.112 (= 47,3% !) als "ohne Angabe eines Verbleibs" geführt werden, davon 1.518 offiziell unter der Kategorie "unversorgte Bewerber". Diesen 1.518 bzw. 2112 stehen 1.137 unbesetzte Stellen gegenüber.
Die in unserer Presseerklärung vom 1.8. kritisierten fatal-verharmlosenden Äußerungen einer Sprecherin der BA wurden also ihrer Berichterstatterin gegenüber anscheinend fortgeführt.

+ + + Ende Email 29.8.2018  + + + +

Vielleicht kommt ja die erläuternde Korrektur noch irgendwann.

Zur Vorgeschichte:
Ende Juli gab es anlässlich der Information, dass Arbeits- und  Ausbildungsplätze bei Opel abgebaut werden sollen, in der Main-Spitze einen Bericht http://www.main-spitze.de/wirtschaft/ wirtschaft-regional/sorge-um-jobs-bei-opel-in-ruesselsheim- lange-schlangen-vor-dem-arbeitsamt_18938389.htm mit insbesondere zur Ausbildungsplatzsituation verharmlosenden Aussagen der Sprecherin der Arbeitsagentur „Wenig Sorgen hat Grautmann beim Blick auf Ausbildungsplätze … die jungen Leute seien dabei längst nicht auf Opel angewiesen.“ Als Reaktion darauf verfasste ich ein Facebook-Posting (https://www.facebook.com/notes/heinz-j%C3%BCrgen-krug/opelpsa-arbeit-und-ausbildung-von-schwammigen-m%C3%A4rkten-und-rosaroten-brillen/2092056517494575/ ) mit einigen Fakten zur notwendigen Klarstellung der tatsächlich weiterhin dramatischen Situation. Darauf beruhend gab es eine Presseerklärung von Linke/Liste Solidarität (http://www.liste-solidaritaet.de/seiten/2018/2018_08_01_ presse_Opel-PSA%20reduziert%20Ausbildung.html ), deren ‘Kompaktifizierung‘ https://www.main-spitze.de/lokales/kreis-gross-gerau/ ruesselsheim/opel-verfehlt-quote_18991053 dann am 10. August in der Main-Spitze erschien.

 

 

   
© 2018 Die Linke/Liste Solidarität Rüsselsheim - Kontakt: vorstand@liste-solidaritaet.de