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Facebook-Notiz von Heinz-Jürgen Krug vom 19.11.2018:

Sophie or not Sophie - that's not the question

Anlässlich des 150-ten Jahrestags der Hochzeit von Sophie Scheller aus Dornholzhausen und Adam Opel hat der Geschichtskreis Dornholzhausen sein Jahresheft von 2014 mit drei Artikeln zu Sophie Opel geb. Scheller noch einmal aufgelegt. Die beiden Rüsselsheimer Lokalredaktionen haben es vorgestellt (https://www.fnp.de/lokales/kreis-gross-gerau/ruesselsheim-ort29367/zimmermaedchen-unternehmerin-10563423.html , https://www.main-spitze.de/lokales/kreis-gross-gerau/ruesselsheim/ein-altes-madchen-wird-zu-opels-chefin_19184682 )

Soweit so verständlich - soweit so (fast) gut. Doch der Schlussabsatz im Rüsselsheimer Echo
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„Dass eine Rüsselsheimer Schule den Namen Sophie Opels trägt, kann Heinz Zettl, der selbst viele Jahre bei dem Autobauer als Leiter der institutionellen Aktivitäten und Opel Classic beschäftigt war, nur unterstützen. „Es gibt in Rüsselsheim niemanden, der es mehr verdient hat“, sagt er.“
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und der Kommentar in der Main-Spitze (https://www.main-spitze.de/lokales/kreis-gross-gerau/ruesselsheim/kommentar-sophie-opel-nicht-vergessen_19184678 ), der jede auch nur leise Kritik an der Rolle von Sophie Opel und den Bezug zur Schulbenennung ausließ, veranlassten Bernd Heyl von der GEW (Gewerkschaft Erziehung&Wissenschaft) den Redaktionen die Texte zukommen zu lassen, die zum Thema der Benennung der Kooperativen Gesamtschule auf dem Gelände der bisherigen Friedrich-Ebert-Schule 2016 in der GEW-Zeitschrift erschienen waren.
Woraufhin in beiden Zeitungen auf diese kritische Sicht eingegangen wurde:

https://www.main-spitze.de/lokales/kreis-gross-gerau/ruesselsheim/um-sophie-opels-rolle-wird-in-russelsheim-heftig-gestritten_19186650 (den kürzeren Echo-Artikel finde ich Online nicht):

+ + + Ausschnitte aus dem Artikel + + +
RÜSSELSHEIM - Für die einen war sie eine emanzipierte Frau, die für Rüsselsheim viel geleistet hat, für andere war Sophie Opel stets nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und hat die Arbeiter ausgebeutet. ….

Die Autoren des Buches hatten sich vor einiger Zeit mit den Linken getroffen und diese Kritik ausgiebig besprochen, wie Christian Weizmann betonte. Es sei eine sehr sachliche und lebhafte Diskussion gewesen.

Opel-Klassik-Fachmann und Mitautor des kleinen Buches über das Leben von Sophie Opel, Heinz Zettl, hat die Opel-Familiengeschichte intensiv recherchiert und erinnert daran, zu der damaligen Zeit hätten die Gewerkschaften überhaupt keine Frauen aufgenommen, sich also auch nicht für deren Rechte stark machen können.
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Tatsächlich hatte ich für die Linke/Liste Solidarität, nachdem wir vom Unverständnis beim Geschichtskreis Dornholzhausen über unsere Einwände gegen die Benennung einer Schule nach Sophie Opel gehört hatten, Kontakt zu Dr. Weimann als Vorsitzenden des Geschichtskreises aufgenommen.  Und wir hatten den Geschichtskreis dann zu einem Besuch nach Rüsselsheim eingeladen und dazu einen Besuch+Führung im Museum und ein Informationsgespräch im Stadtarchiv am 3. Mai 2017 organisiert. Anschließend gab es dann noch eine längere Diskussionsrunde von Linke/Liste Solidarität mit der Besuchergruppe im Rathaus.  Und da kann ich Dr. Weizmann nur bestätigen, die war sachlich und lebhaft. Wobei, erste Korrektur zum Main-Spitze-Artikelinhalt, nicht nur die zwei Autoren (Herr Zettl war damals nicht dabei) vom Geschichtskreis dabei waren, sondern ca. 20 Menschen aus Dornholzhausen.
Den Hauptartikel zu Sophie Opel von Dr. Wittmann aus dem wiederaufgelegten Heft gab es damals und gibt es immer noch unter https://www.geschichtskreis-dornholzhausen.de/sophie-opel/ .

Und hier und da die Seiten aus der Ausgabe der GEW-regional vom Oktober 2016, die sich kritisch mit der Schulbenennung auseinandersetzen.

Eine Presseerklärung von Linke/Liste Solidarität vom September 2016 kann dort nachgelesen werden

Bereits im November 2016 hatten wir eine Verschiebung der Namensgebung zur Ermöglichung einer  offenen Diskussion unter Beteiligung der Schulgemeinden gefordert und dies im Februar 2017 in einem Antrag der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt. Wie bekannt fand der allerdings keine Mehrheit und so wurde die 2014 ohne demokratische Legitimierung getroffene und dann durch Logo und Schulkleidung vorangetriebene Vorentscheidung festgezurrt.

Eine historische Unkorrektheit aus dem Artikel der Main-Spitze sei noch korrigiert. Dort wird Heinz Zettl mit den Worten zitiert "zu der damaligen Zeit hätten die Gewerkschaften überhaupt keine Frauen aufgenommen, sich also auch nicht für deren Rechte stark machen können". tatsächlich wurde bereits 1890 Emma Ihrer als erste Frau in die siebenköpfige Generalkommission der Gewerkschaften gewählt. 1912 konnte Rosa Luxemburg in ihrem Artikel "Frauenwahlrecht und Klassenkampf" bereits mehr als 150.000 Gewerkschafterinnen als Teil der "Kerntruppen des wirtschaftlich kämpfenden Proletariats" vermelden. Für das folgende Jahr (in dem Sophie Opel starb) hat der Historiker Ralf Hoffrogge eine Gesamtzahl von 224.000 ermittelt.
In seinem in der Geschichtskreis-Broschüre abgedruckten interessanten Vortragstext von 2013 ("Sophie Opel - welch eine faszinierende Frau") hat Heinz Zettl die gesellschaftlich bedingte enorme Frauenbenachteiligung auch durchaus differenzierter dargestellt .
######### Zusammenstellung Heinz-Jürgen Krug #########

 

 

 

 

   
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