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Presseerklärung vom 16.06.2020:

Ein Leben für die Arbeiterbewegung
Zum Tod von Wilfried Lang

Am 10. Juni 2020 verstarb Wilfried Lang in einem Berliner Hospitz. Wilfried Lang, am 01.07.1928 in Worms geboren, blickte auf ein ereignisreiches und kämpferisches Leben zurück. Nach der Volksschule begann er eine Lehre als Dreher. Er musste sie unterbrechen, wurde gegen Kriegsende 17 jährig noch zur Flak eingezogen und kam Ende April 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Als Wilfried Lang im August 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, war das Elternhaus durch Bomben zerstört und er zog nach Gimbsheim. Er beendete seine Lehre und arbeitete ab Ende Oktober 1949 bei Opel in Rüsselsheim.

Als er mit fast 60 Jahren in Ruhestand ging, lagen 39 Arbeitsjahre bei Opel, davon 14 Jahre als Betriebsrat hinter ihm. Wilfried Lang war engagierter Gewerkschafter (IG Metall) und überzeugter Kommunist. Er kämpfte mit seiner ganzen Kraft für den Frieden und eine Welt, in der die Herrschaft von Menschen über Menschen abgeschafft ist. „Beim Opel“ wählten ihn die Kolleginnen und Kollegen in den 50er Jahren zum Jugendvertreter, dann zum Blockvertrauensmann und ab 1974 zum Betriebsrat. Im großen Opel Streik 1984 kämpfte er 45 Tage an der Seite seiner Kolleginnen und Kollegen für die 35 Stundenwoche. Mittlerweile in Rüsselsheim wohnhaft war er  lange Jahre als 2. Vorsitzender des DGB Ortskartells aktiv. Die Einheit der Arbeiterbewegung über Parteigrenzen hinweg war ihm eine Herzenssache.

In Wilfried Langs Leben gab es jedoch nicht nur Politik. Fußball und Karneval sind aus seinen jungen Jahren nicht wegzudenken. Bei „Alemannia-Worms“ spielte er bis in die Landesliga, in Gimbsheim Bezirksliga. Zehn Jahre war er aktiver Schiedsrichter. Am Karneval wirkte er als Protokoller und Sitzungspräsident mit.

Auch im hohen Alter war Wilfried Lang noch aktiv. So engagierte er sich für den DGB im Seniorenbeirat der Stadt Rüsselsheim. Als sich in Rüsselsheim 2001 die kommunale Wahlinitiative „Liste Solidarität“ (heute: „Die Linke/Liste Solidarität“) gründete, war Wilfried Lang als Gründungsmitglied dabei. Mit 72 Jahren kandidierte er für die Stadtverordnetenversammlung. Sein Anliegen damals: bezahlbare und altersgerechte Wohnungen.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Wilfried Lang in Berlin in der Nähe seiner Tochter. Der konsequente aufrechte Gang kennzeichnet sein Leben. Er wird allen die ihn kannten, in dankbarer Erinnerung bleiben.

 

 

   
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